So können Sie Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen

So können Sie Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen

Das Herz versorgt uns kontinuierlich mit Blut, Sauerstoff und Nährstoffen. Doch auch wir müssen uns um seine Gesundheit kümmern, um lebensbedrohlichen Krankheiten vorzubeugen. Wie das geht? Wir haben die wichtigsten Vorsorge- und Risikofaktoren zusammengefasst.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören zu den häufigsten Todesursachen weltweit und stellen einen zentralen Gesundheitsfaktor dar. Im Gesundheitsatlas Deutschland des Wissenschaftlichen Instituts der AOK werden folgende Volkskrankheiten mit Millionen Betroffenen im Jahr 2023 genannt:¹

  • 20.109.000 Menschen (29,31 % der Bevölkerung) mit Bluthochdruck
  • 2.932.000 Menschen (4,97 % der Bevölkerung) mit Herzinsuffizienz
  • 4.715.000 Menschen (7,99 % der Bevölkerung) mit koronaren Herzkrankheiten

Das Tückische: Viele dieser Erkrankungen entwickeln sich nur sehr langsam und über Jahre hinweg, oft ohne deutliche Beschwerden in frühen Stadien. Daher sind Prävention und gesundheitsbewusstes Verhalten unabdingbar.

Warum Herzgesundheit so wichtig ist
Das Herz versorgt den Körper kontinuierlich mit Blut, Sauerstoff und Nährstoffen. Wird dieser Prozess durch Erkrankungen wie Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit oder Arteriosklerose gestört, steigt das Risiko für schwerwiegende Folgen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Herzinsuffizienz deutlich. Die sogenannte Herzgesundheit umfasst dabei die Leistungsfähigkeit des Herzens, der Blutgefäße und des gesamten Kreislaufsystems – und ist entscheidend für Lebensqualität und Lebensdauer. Beeinflusst wird sie von Risikofaktoren, die sowohl genetisch bedingt als auch durch den Lebensstil beeinflusst werden. 

Zentrale Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Die Wahrscheinlichkeit, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen zu sein, steigt mit dem Vorhandensein bestimmter Risikofaktoren. Diese lassen sich grob in beeinflussbare und nicht beeinflussbare Faktoren einteilen.

INTERHEART-Studie: Die meisten Faktoren sind beeinflussbar
Das Wichtigste zuerst: Auf die allermeisten Faktoren können wir durchaus Einfluss nehmen. Die sogenannte INTERHEART-Studie zeigt, dass rund 90 % des Risikos für einen Herzinfarkt auf beeinflussbare Faktoren zurückzuführen sind. Und das unabhängig von Geschlecht, Alter oder geografischer Region. Bei der genannten Studie handelt es sich um eine internationale Fall-Kontroll-Studie mit mehr als 27.000 Teilnehmenden aus 52 Ländern, die als eine der wichtigsten Grundlagen zum Thema Herzgesundheit gilt.²

 

Auf einen Blick: Beeinflussbare Risikofaktoren und was Sie dagegen tun können

  • Rauchen: Schon wenige rauchfreie Monate senken das Herz-Kreislauf-Risiko deutlich.

  • Chronischer Stress und psychosoziale Belastungen: Stressabbau durch Entspannungstechniken, ausreichend Schlaf, soziale Unterstützung und bewusste Pausen wirkt sich positiv auf Herz und Kreislauf aus. 



    Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch zu verstehen, dass nicht Stress allein krank macht. Sondern die fehlende Entspannung. Bei akutem Stress wappnet sich der Körper für die Problemsituation: Stresshormone werden ausgeschüttet, der Blutzucker steigt, die Insulinausschüttung nimmt zu, das Herz schlägt schneller und der Blutdruck steigt. Bei anhaltendem Dauerstress kommen diese Vorgänge nicht mehr zur Ruhe und der Organismus steht ständig unter Dampf. Das schadet dem gesamten Körper.

  • Übergewicht, insbesondere Bauchfett: Eine langfristige Gewichtsreduktion durch Ernährung und Bewegung entlastet Herz und Stoffwechsel deutlich. Schon einige Kilogramm weniger können Blutdruck, Blutzucker und Blutfettwerte verbessern und so das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken.

  • Bluthochdruck: Regelmäßige Blutdruckkontrollen, Bewegung, salzarme Ernährung und gegebenenfalls ärztlich verordnete Medikamente helfen, die Werte zu normalisieren.
  • Ungesunde Ernährung: Eine ausgewogene, überwiegend pflanzliche Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten, unterstützt normale Blutdruck- und Cholesterinwerte. Herzspezialisten sprechen sich dabei für die traditionelle Mittelmeerküche aus. Das heißt Obst und Gemüse, Salat, Hülsenfrüchte, wenig Fleisch, dafür eher Fisch, Oliven- und Rapsöl sowie Kräuter anstelle von Salz. Denn Salz bindet Wasser im Körper, was Bluthochdruck fördern kann.

  • Erhöhte Blutfettwerte: Eine fettbewusste Ernährung, mehr Bewegung und – falls nötig: medikamentöse Therapie können das Cholesterin wirksam senken. 

Bewegungsmangel: Die Weltgesundheitsorganisation WHO benennt körperliche Inaktivität explizit als einen der wichtigsten verhaltensbedingten Risikofaktoren für nichtübertragbare Krankheiten einschließlich Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Gleichzeitig wird erklärt, dass regelmäßige körperliche Aktivität das Risiko für Herzkrankheit und Schlaganfall um etwa 19 % senkt.³

Regelmäßige körperliche Aktivität wie etwa zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen stärkt Herz und Gefäße. Eine große Analyse in The Lancet Public Health hat zudem kürzlich untersucht, wie viele Schritte pro Tag für die Gesamtgesundheit wichtig sind, und dabei gezeigt, dass bereits etwa 7.000 Schritte täglich mit deutlichen gesundheitlichen Vorteilen verbunden sind.

  • Diabetes mellitus: Gute Blutzuckerkontrolle durch Ernährung, Bewegung, Gewichtsmanagement und ärztliche Betreuung schützt die Blutgefäße

  • Übermäßiger Alkoholkonsum: Ein maßvoller Umgang mit Alkohol oder bewusster Verzicht reduziert Blutdruck- und Herzrhythmusrisiken.

Je besser diese Faktoren kontrolliert werden, desto wirksamer lässt sich das Erkrankungsrisiko senken. Dennoch gibt es auch Risikofaktoren, die nicht beeinflussbar sind. Dazu zählen:

  • Alter: Mit steigendem Alter nimmt das Risiko zu.
  • Geschlecht: Männer erkranken häufig früher, aber Frauen gleichen dies mit zunehmendem Alter aus.
  • Familiäre Vorbelastung: Vererbung von genetischen Risikoprofilen kann die Anfälligkeit erhöhen. 

Fazit
Herzgesundheit ist kein Zufall, sondern ein Ergebnis bewussten Lebensstils und regelmäßiger Gesundheitsvorsorge. Eine ausgewogene Ernährung und gezielte Nährstoffversorgung spielen dabei eine zentrale Rolle für die Herzgesundheit. Bestimmte Mikronährstoffe leisten einen wichtigen Beitrag zu normalen physiologischen Prozessen. Viele Risikofaktoren lassen sich durch Ernährung, Bewegung, Nichtrauchen, Stressmanagement und regelmäßige medizinische Betreuung positiv beeinflussen. Durch eine Kombination dieser Maßnahmen lässt sich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erheblich reduzieren und die Lebensqualität nachhaltig verbessern. 

¹ Gesundheitsatlas Deutschland, Wissenschaftliches Institut der AOK (Wido) 2025: https://gesundheitsatlas-deutschland.de. Als Erkrankung gilt, wenn die Krankheit im zurückliegenden Jahr dokumentiert wurde (1-Jahres-Prävalenz). Es werden Erkrankungsfälle ab dem 30. Lebensjahr (KHK/Herzinsuffizienz)/ ab dem 20. Lebensjahr (Bluthochdruck) gezählt.

² Yusuf, Salim et al., Effect of potentially modifiable risk factors associated with myocardial infarction in 52 countries (the INTERHEART study): case-control study, The Lancet, 2004, Volume 364, Issue 9438, 937 – 952

³ World Health Organization, online verfügbar: www.who.int/health-topics/physical-activity (aufgerufen am 03.02.2026)

Ding Ding et al., Daily steps and health outcomes in adults: a systematic review and dose-response meta-analysis, The Lancet Public Health, 2025, Volume 10, Issue 8, e668 - e681

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